Vereinsnachricht

26.04.2017

Kriegerdenkmal rechtzeitig zum Jubiläum restauriert

von Krieger- und Soldatenkameradschaft 1892 Kastl

Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Kastl feiert vom 19. bis 21. Mai ihr 125-jähriges Gründungsjubiläum. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht der Gedenkgottesdienst mit Kirchenzug am Samstagabend auf dem Dorfplatz vor dem Kriegerdenkmal. Wenn das Wetter mitmacht wird Pfarrer Heribert Stretz dort den Festgottesdienst zelebrieren. Steinmetzmeister Georg Doreth aus Neustadt am Kulm wurde damit beauftragt, die Gedenksteine zu restaurieren. Nach einer Generalreinigung werden nun schadhafte Stellen und fehlende Buchstaben für die Namen ergänzt.

Die Sanierung des Kriegerdenkmals für das Fest zum 125-jährigen Bestehen der Krieger- und Soldatenkameradschaft: Schon 1995 wurde es versetzt, damit zwischen dem Denkmal und dem Anwesen Bodner ein knapp zwei Meter breiter Fußweg angelegt werden konnte. Die Stufen zum Denkmal wurden damals auf eine reduziert. Das Umfeld bekam eine neue Gestaltung sowie eine neue Bepflanzung, die heute in ihrer ganzen Pracht blüht. Einweihung des Kriegerdenkmals im April 1923 Festprogramm zum 125-jährigen Bestehen

Die Entstehung des Kriegerdenkmals im Jahr 1923 ist in den Unterlagen des Vereins dokumentiert. Zunächst herrschte Uneinigkeit, denn mehrere Gemeinden der Pfarrei wollten ihre eigenen Kriegerdenkmäler. Lange konnten sich die Gemeindevertreter nicht einigen. Auf Vermittlung von Pfarrer Alexius Sperl einigten sich die Beteiligten auf ein Denkmal.

Schwierigkeiten bereitete die allgemein schlechte Zeit. Durch die Inflation verlor das Geld immer mehr an Wert. Bei einer Sammlung unter der Bevölkerung gaben Einwohner Getreide als Beitrag für ein Ehrenmal, dass durch den Verein verwaltet wurde und zur Begleichung der Rechnung verkauft wurde. Am Dorfplatz sollte das Mahnmal einen für alle gut sichtbaren Platz finden. Direkt neben der Linde, welche im Jahr 1911 zu Ehren des 90. Geburtstag seiner Majestät, dem königlichen Prinzregenten Luitpold, gepflanzt wurde.

In Auerbach wurde der Steinmetzbetrieb Georg Burger beauftragt das Denkmal anzufertigen. Auf einer Höhe von 4,20 Meter sollten alle Gefallenen aufgelistet werden können. Die Verantwortlichen einigten sich auf die Reihenfolge des Sterbedatums. Über der Tafel mit Namen wurde ein Bildnis des heiligen Georgs angebracht. Unterhalb gedachte man auch den Gefallenen des Krieges von 1870/71 sowie dem Kolonialkrieg im Jahr 1905. Mit dem Steinmetz wurde ein Betrag in Höhe von 1 650 000 Mark ausgehandelt, der in Raten bezahlt wurde. Am 12. April 1923 wurde das Denkmal in Auerbach von drei Pferdefuhrwerken abgeholt und zwei Tage später aufgestellt. Um das Kriegerdenkmal herum fertigte Schmiedemeister Jakob Reiß aus Kastl ein Eisengitter.

Die feierliche Einweihung und Segnung des Ehrenmals am Dorfplatz vollzog am 22. April 1923 unter anderem Pfarrer Alexius Sperl in einem Festgottesdienst. Am Nachmittag folgte ein Festzug zum Dorfplatz mit zahlreichen Vereinen aus den umliegenden Pfarreien. Es wurden mehrere Festreden abgehalten. Beispielsweise legte Bürgermeister Hans Walter einen Kranz nieder. Ebenso legten die Vertreter des Krieger- und Veteranenvereins sowie der beteiligten Gemeinden einen Kranz nieder. Im Anschluss ging es zur Feier in die Gastwirtschaften Vetter und Raps. Am Tag darauf fand ein Trauergottesdienst für die Gefallenen statt.

Probleme bereitete jedoch die Abrechnung des Kriegerdenkmals. Der Steinmetz stellte anstelle des ursprünglichen Rechnungsbetrages von 1 650 000 Mark eine Schlussrechnung von 4 600 000 Mark aus. Dies führte zu längeren Streitigkeiten. Zu der Zeit kosteten 15 Liter Bier 600 Mark.

Im Jahr 1954 beschloss die Krieger- und Soldatenkameradschaft, das Denkmal mit den Namen der Gefallenen und Vermissten des zweiten Weltkrieges zu erweitern. Hierzu wurde das Mahnmal links und rechts mit einer weiteren Steintafel versehen. Am 18. Juli 1954 erfolgte die feierliche Einweihung.

Große Diskussionen um das Denkmal gab es im Rahmen der Planungen zur Dorferneuerung. So gab es Vorschläge, dass Denkmal unter den Linden, am Kirchenaufgang gegenüber vom Rathaus oder auf dem Friedhof beim Ölberg neu aufzustellen. Dem stimmte der Gemeinderat im Jahr 1995 nicht zu und legte den bisherigen Standort auch als neuen Platz fest. Allerdings wurde es um drei Meter in Richtung Süden und zwei Meter in Richtung Raiffeisenbank versetzt. Ebenso wurde die Luitpoldlinde entfernt.

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