Vereinsnachricht

13.05.2017

Hilfe in Billionenhöhe

von Krieger- und Soldatenkameradschaft 1892 Kastl

Auf 125 Jahre blickt die Krieger- und Soldatenkameradschaft Kastl zurück. Das feiert sie am kommenden Wochenende von Freitag, 19. Mai, bis Sonntag, 21. Mai, ausgiebig.

Gruppenbild im Jubiläumsjahr

Nach den Kriegen 1866 und 1870/71 hatten sich 91 der damaligen Teilnehmer zusammengeschlossen. Schon in der Gründungsversammlung 1892 legten sie fest, das Gründungsfest jährlich am 2. September zu feiern, da dieser Tag im damaligen Kaiserreich der Gedenktag für die Kapitulation der französischen Armee nach der Schlacht bei Sedan war. Vereinszwecke waren, den Mitgliedern ein würdiges Begräbnis zu sichern sowie bedürftige Mitglieder und deren Hinterbliebenen zu unterstützen. Ab 1894 wurden Geldbeträge ausbezahlt. Besonders hoch waren sie während der Inflation in den 1920er Jahren: So erhielten zwei Mitglieder am 23. Februar 1924 jeweils einen Betrag von fünf Billionen Mark.

Nur mit größten Anstrengungen war es dem Verein möglich, eine eigene Fahne anzuschaffen. "Denn bei einem armen und noch so jungen Verein ein solches zu wagen, ist keine Kleinigkeit; auf die Mitgliederbeiträge konnte absolut nicht gerechnet werden, weil meistens arme Arbeiter den Verein bilden", schrieb der damalige Schriftführer. Mit Unterstützung der Baroness von Lindenfels auf Wolframshof konnte schließlich für 300 Mark ein Banner in Michelfeld bestellt werden. Im Juli 1894 wurde das bis dahin wohl größte Fest in Kastl gefeiert. Am Kirch- und Festzug nahmen über 800 Personen teil.

1923 entstand auf dem Dorfplatz das Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkrieges. Über der Tafel mit den Namen auch der Gefallenen des Krieges von 1870/71 sowie des Kolonialkrieges 1905 befand sich ein Bildnis des heiligen Georg.

Während des Zweiten Weltkrieges kam das Vereinsgeschehen fast völlig zum Erliegen. Die Mitglieder beteiligten sich fast nur noch an Beerdigungen und den üblichen Versammlungen. Der Einmarsch der Amerikaner brachte das endgültige Aus, das Vereinsvermögen sowie eine Salutkanone und zwei Kleinkaliberstutzen wurden eingezogen. Die Vereinsfahne versteckte Pfarrer Johann Bodensteiner in der Sakristei der Kirche.

Im Juli 1952 durften sich die Kriegervereine neu formieren. Der damalige Vorsitzende Michael Stahl übernahm diese Aufgabe. In der Folgezeit wurde wieder an Reservistenübungen teilgenommen und die Vereinsjubiläen gefeiert. Am 16. März 1958 übernahm Hans Stahl das Amt des Vorsitzenden, das er bis 1986 ausübte. Von 1968 bis 1983 leitete er zudem den Kreisverband Kemnath. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Ortskameradschaften auf 15 an. Heute sind es 16. Ebenso stieg die Anzahl der Mitglieder von weniger als 400 auf 1400 Personen.

Hans Stahl war im Zweiten Weltkrieg in Russland eingesetzt, wo er im August 1944 zum Hauptmann ernannt wurde und als Kompanie- und Bataillonsführer fungiert hat. Mehrfach wurde er verwundet und geriet im September 1944 in russische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 2. November 1949 entlassen. Besonders die Haus- und Straßensammlungen für die Kriegsgräberfürsorge, die Aussöhnung mit den europäischen Nachbarstaaten und das Gedenken an die Vergangenheit waren ihm wichtig. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass bei der Haus- und Straßensammlung für den Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge in Kastl auch noch heute regelmäßig die höchsten Summen im Landkreis und Bezirk gespendet werden.

Einen großen Umbruch gab es, als Georg Bocka sein Amt an Michael Pühl übergab. Die turnusgemäßen Neuwahlen brachten eine Verjüngung der Vorstandes mit sich. Derzeit zählt der Verein rund 90 Mitglieder und kann auf zahlreiche Aktivitäten zurückblicken wie zum Beispiel regelmäßige Kameradschaftsabende, die Teilnahme am Hans-Stahl-Gedächtnisschießen oder Lagerrundfahrt im Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

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